Prozessaudits ISO 9001

Audits und ihre Bedeutung

Das Wort Audit leitet sich von der lateinischen Anhörung ab und wird im Deutschen oftmals mit Prüfung übersetzt. Prüfung deshalb, weil bei den meisten Audits eine bestimmte Abweichung zwischen einem vorgegebenen Soll-Zustand und einem tatsächlichen Ist-Zustand ermittelt und geprüft wird.

Der Soll-Zustand ist hierbei schon lange vor dem Audit festgelegt und beschreibt den Idealzustand eines Prozesses, eines Vorgangs. Der aktuelle Ist-Zustand wird dabei während des Audits erfasst und mithilfe von Analysetools gegenüber dem Soll-Zustand verglichen. In den meisten Fällen ergeben sich Abweichungen bei verschiedenen Prozesskennzahlen, die im Anschluss an das Audit analysiert und optimiert werden müssen. 

Generell kann man zwischen Produktaudit, Prozessaudit und Systemaudit unterscheiden. Im Folgenden wird jedoch näher auf das Prozessaudit nach der ISO-Norm 9001 eingegangen. Das Prozessaudit dient ganz allgemein der Feststellung von Prozessparametern und deren Abweichung von Sollwerten. Dies wiederum hilft Unternehmen, geforderte Qualitätsstandards einzuhalten und kann der Verbesserung hinsichtlich der Effizienz von Produktionsprozessen führen. Die ISO 9001 ist eine Norm aus der Gesamten ISO Reihe und legt global anerkannte Standards und Anforderungen im Qualitätsmanagement fest.

Prozessaudits ISO 9001 gewährleisten also die Einhaltung internationaler Standards und werden weltweit anerkannt. Jedoch gibt diese Norm nur einen groben Rahmen vor, innerhalb dessen die Auditprüfung durchgeführt werden muss. Die tatsächliche, unternehmensabhängige Auditierung erfolgt dabei individuell nach Unternehmen und Branche. Der Gültigkeitsbereich der ISO 9001 liegt vorwiegend bei industriellen Unternehmen, Dienstleistungsunternehmen und in der Wirtschaftsbranche. 

Das Prozessaudit - Voraussetzung und Durchführung 

Um Prozessaudits ISO 9001 im Unternehmen durchführen zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Damit das Audit seinen größtmöglichen Nutzen hat, müssen im Unternehmen bereits bestimmte Soll-Kennzahlen hinsichtlich der Prozesse existieren. Diese Soll-Kennzahlen können beispielsweise die Prozessstreuung, die Ausschussquote eines Prozesses oder auch die Prozessfähigkeit darstellen und werden meist vom Unternehmen definiert vorgegeben. Die Sollwerte sind zwingend nötig, damit nach der Auditierung ein Vergleich mit den Idealwerten durchgeführt werden kann.

Es können jedoch nicht nur Sollwerte vorgegeben werden, sondern auch Soll-Prozesse oder Soll-Abläufe im Unternehmen, die durch eben jene Idealbeschreibung genau definiert werden. Dazu muss ein Unternehmen in der Lage sein, all seine Prozesse und Abläufe detailliert zu kennen und darstellen zu können. Nur wenn diese Herausforderungen erfüllt sind, kann ein Qualitäts- oder Prozessaudit nach der ISO 9001 auch wirklich erfolgswirksam durchgeführt werden.  Zunächst sollte jedoch noch vor der eigentlichen Auditierung vom Auftraggeber des Audits genau definiert werden, welche Kennzahlen oder welcher Prozess auditiert beziehungsweise untersucht werden soll. Dazu kann beispielsweise ein Produktionsablauf mit den einzelnen Arbeitsschritten und Arbeitsplätzen in einem Flussdiagramm visualisiert werden, um einen Überblick über den gesamten Wertstrom in der Produktion zu generieren. Der Ablauf kann wahlweise auch auf dem Produktionslayout oder mit einer sogenannten Wertstromanalyse dargestellt werden.

Zusätzlich sollten wichtige Fragen zum Audit vorgegeben werden: Was soll das Audit bewirken? Welche Messgröße soll ermittelt werden? Können Prozessverbesserungen durch das Audit hervorgerufen werden? Kann das Audit zur Ursachenanalyse eingesetzt werden?

All dies und noch weitere Fragen sollte sich ein Unternehmen bewusst machen, damit hinterher auch signifikante und aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden können.  Bei der tatsächlichen Durchführung des Prozessaudits werden nun verschiedene Einzel- oder Gesamtvorgänge, sowie Arbeitsabläufe systematisch auf potentielle Fehlerquellen und Störungen überprüft. Das Einsatzgebiet ist vielseitig, überwiegend bei Prozessen wie Schweißen, Kleben oder auch beim Kunststoffspritzguss kommen Prozessaudits ISO 9001 zur Anwendung und helfen den beteiligten Unternehmen, ihre Abläufe und die damit verbundenen Kosten, Bestände und Durchlaufzeiten stetig zu optimieren, um so auf dauerhaft solide und effiziente Prozesse zurückgreifen zu können.


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